Arbeiten auf Bahnreisen

Warum ich gerne auf Bahnreisen arbeite: Vor- und Nachteile

InterCity Deutsche Bahn InterCity - einer meiner liebsten Arbeitsplätze in der Bahn

Für mich ist es wichtig, meine Aufgaben innerhalb sinnvoller Zeiten erledigen zu können. Deshalb arbeite ich grundsätzlich auch unterwegs. Und das mache ich gerne. Bevorzugt auf Bahnreisen – weshalb ich auch nie einen Termin mit dem Auto wahrnehme. Sobald ich mich ins Auto setzen würde, wäre die Zeit zum Arbeiten verstrichen.

Aktuell, wo ich diesen Artikel schreibe, befinde ich mich auf der Fahrt von Merseburg nach Mülheim an der Ruhr. Eine Distanz von etwa 6 Stunden. Ich rechne nicht in Kilometern sondern in Zeit. Sobald ich in Halle (Saale) in den InterCity steige, habe ich bis Dortmund 4 Stunden und 30 Minuten unterbrechungsfreie Arbeitszeit. Wann habe ich diese Zeit im Auto? Maximal während einer Vollsperrung.

Vorteile beim Bahn fahren

Konzentriertes Arbeiten ohne Ablenkung

Ich kann mich in der Bahn sehr gut konzentrieren. Mehr als zwei Störungen kommen i.d.R. nicht vor. Die erste Störung ist die Fahrkartenkontrolle und die zweite, die Bestellung beim freundlichen Bordbistro-Personal.

Facebook, Twitter und andere mich ablenkende Kanäle habe ich bei der Bahnreise stets deaktiviert. Auch einen Feedreader habe ich in dieser Zeit nicht aktiv.

Vorbereitete Aufgaben konsequent erledigen

Aufgrund der häufig undurchsichtigen Zustände was LTE im Zug betrifft, habe ich meine wichtigen Aufgaben alle vorbereitet. Ich lade mir durchaus Zuhause auch noch Webseiten herunter, speichere sie auf der Festplatte und lese die Artikel dann offline. Hilfreich ist das bei der Durchführung einer Webseitenanalyse, da ich hier ständig auf der Seite in Bewegung bin. Würde ich das online machen, zieht es zum einen am Volumen und zum anderen kostet nicht funktionierendes Internet nur Energie.

entspannt am Zielort ankommen

Mich stört kein Stau, kein hohes Verkehrsaufkommen und was sonst so anfällt, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Natürlich kann ich im Gegenzug auch nicht bis vor die Hoteltür fahren und habe keine vollständig flexible Abfahrtszeit, sondern bin an die Zeiten der Bahn gebunden. Nur ist das oft im Stundentakt und reicht vollkommen.

Bevorzugt fahre ich InterCity. Dem gebe ich auch gegenüber dem ICE noch den Vorzug. Denn hier kann ich einen Sitzplatz in einem Abteil buchen. Im ICE sind es alles nur Großraumwaggons. Zwar mit viel Platz, aber eben ohne die gewünschte Ruhe. Und wenn wirklich mal niemand mit ins Abteil soll, einfach sechs Sitzplätze reservieren.

niedrige Reisekosten

Die Kosten für eine Bahnfahrt sind gering. Besonders in Kombination mit der BahnCard 25 und 50, sind es durchaus überschaubare Reisekosten. Wann immer ich kann, buche ich mindestens drei Tage vor Reiseantritt mein Ticket. Da gibt es noch genug Sparpreise. Gemeinsam mit der BahnCard halbieren sich sogar diese Kosten.

Für das Geld, was ich zum Reisen brauche, kann ich kein Auto vernünftig unterhalten. Gleiche Strecken würde mich spätestens nach zwei Monaten mehr Kosten als die Sache wert ist. Im Gegenzug müsste ich diese Kosten auch meinen Reisekosten beim Kunden wieder aufrechnen. So wundern sich Kunden maximal über die niedrigen Reisekosten.

Viel Platz und Freiraum

Ich stehe gerne mal auf, stelle mich zwei Minuten auf dem Gang ans Fenster und schaue ich einfach stur raus. Klar, nicht in jeder Region macht man das freiwillig, aber meistens passt es. Wozu ich nicht gehöre, zu den Leuten die am Bahnhof das Fenster öffnen und den Hals bis zur Infotafel rausstrecken. Die zwei Minuten lenken mich kurz von meiner Arbeit ab. Lockern die Hirnzellen. Danach geht es weiter.

Ebenso toll, einfach mal die Beine lang machen. Oder Sitz nach hinten, Augen schließen. Notebook auf den Tisch stellen, Kaffee trinken. Alles Dinge die ich wertschätze bei der Bahn. Deshalb arbeite ich gerne unterwegs, vor allem aber in der Bahn.

Nachteile beim Bahn fahren

Natürlich ist Bahnfahren nicht immer nur mit Vorteilen gesegnet. Wer viel fährt, wird zum Beispiel mit Verspätungen konfrontiert. Ich nehme es mit Humor. Diese “Fahrzeitverlängerungen” bieten mir schließlich “mehr Bahn fahren fürs gleiche Geld”. :-)

Telefonate funktionieren eher schlecht

Telefonieren ist im Zug nur bedingt möglich. Einerseits ist die Geräuschkulisse für den Gesprächspartner nicht so toll. Anderseits kommt bald der nächste Tunnel. Fürs Handy auch in 2014 noch immer ein schwarzes Loch. Da ich selten telefoniere, macht mir das nichts aus. Ich telefoniere in der Bahn dann einfach gar nicht.

Internet ist äußerst lückenhaft

Schade, aber auch 2014 hat es die Bahn noch nicht geschafft, im IC und ICE WLAN für die Fahrgäste anzubieten. Und die Provider da draußen schaffen es nicht, mobiles Internet flächendeckend in Deutschland herzustellen. Zwar ist das ein Nachteil während der Arbeit in der Bahn, aber wie ich oben bei den Vorteilen schrieb, kann man es auch positiv nutzen.

Fazit

Ich kann gut verstehen wenn man seine Flexibilität mit dem Auto genießt. Für mich ist es beruflich und als Blogger aber wichtiger, meine freie Zeit unterwegs produktiv zu verwenden. In der Zeit lenkt mich nichts ab, was sonst im Alltag vorhanden ist. Deshalb arbeite ich in der Bahn sehr gerne. Natürlich klappe ich das MacBook auch mal zu und entspanne mich eine halbe Stunde.

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